Nico Andresen vom Biolandhof Andresen:

Schweinehaltung auf dem Hof Andresen in Selk
Der Biolandhof Andresen in Selk wird seit 1990 nach Bioland-Richtlinien bewirtschaftet. Hier bin ich aufgewachsen und habe schon als kleiner Junge fleißig mitgearbeitet. Es gab Kühe, Hühner, auch mal ein paar Schafe und natürlich den Hofhund. Nur die Schweine haben mir gefehlt. So kam ich 2011 zu drei Angler-Sattelschwein Ferkeln.
Mit viele Liebe und damals noch wenig Wissen und Erfahrung, habe ich die Tiere für unseren Eigenverbrauch großgezogen. Das kam nicht nur bei mir und meiner Familie gut an, sondern begeisterte auch Freunde und Bekannte, die das Fleisch probierten. So etwas spornt natürlich an und weitere fünf Ferkel zogen zu uns auf den Hof.
Aus dem anfänglichen Hobby wurde eine stetig wachsende, eigene Schweineaufzucht. Gerade die alten, robusteren Rassen haben es mir angetan. So befinden sich seit 2015 mehrere Bentheimer Sauen, sowie Angler Sattelschweine und auch einige Wollschweine in meiner Rotte. Ja, in meiner Rotte. Genau das macht die eigene Schweinezucht für mich so interessant. Denn was mit Kühen funktioniert, muss doch auch mit Schweinen umsetzbar sein, habe ich gedacht.
Klar ist für mich, Schweine gehören auf den Acker. Sie müssen wühlen, sich austoben und im Schlamm suhlen können. Die Tiere laufen bei mir mit in der Fruchtfolge. So wird immer wieder ein neues Stück Acker eingezäunt, auf dem verschiedene Hütten bereitgestellt werden, in denen die Schweine entspannen, schlafen und auch ferkeln können.
Ich muss gestehen, ganz getraut habe ich meinem Prinzip, alle Schweine gemeinsam in einer Rotte zu halten noch nicht. Doch die ersten Erfahrungen belehrten mich eines Besseren. Sauen, Ferkel und Eber liefen ohne Abtrennungen, weder zwischen den jeweiligen Sauen, noch zwischen Sau und Ferkeln, zusammen. Die einzelnen Sauen haben sich in ihrer selbst gewählten Hütte ein Nest gebaut, in dem sie gesunde Ferkel zur Welt brachten.
Man kann bald sagen, die anderen Sauen verhielten sich wie wachsame Tanten und passten ebenfalls auf den frisch gebackenen Nachwuchs auf. Den Eber fand man immer mal wieder relaxt zwischen seinen Frauen.
Das hat mich überzeugt. Auf dieses Projekt kann und möchte ich aufbauen. Ich habe den gleichen Versuch ebenfalls noch mit 4 sogenannten Hybridsauen durchgeführt. Auch wenn hier die Witterung eine andere war, muss ich doch sagen, dass diese Art der Schweinehaltung für alte Robustrassen wahrscheinlich besser geeignet ist.
Ich werde weiter forschen, beobachten und züchten, um mein Ziel, einer Haltungsform, die der natürlichen Lebensweise der Tiere am nächsten kommt zu verfolgen.
Gerne berichten wir von neuen Ereignissen und Erfolgen aus unserem "Sau-Haufen".
Der Biolandhof Andresen
Nico Andresen
Weitere Infos zu Andresens Biolandhof hier.


© Nico Andresen, 14. März 2017